Weisheitszähne

Die Wahrheit über Weisheitszähne: Schmerzen, Behandlung und was sie wissen müssen.

Weisheitszähne sind oft mit Schmerzen verbunden. Doch was ist die Wahrheit über Weisheitszähne? Wann müssen sie gezogen werden? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? In diesem Blogbeitrag erfährst du alles, was du über Weisheitszähne wissen musst!

Was sind Weisheitszähne?

Ein Weisheitszahn ist der dritte Backenzahn, oder “Molar”, wie er in der Zahnmedizin bezeichnet wird. Normalerweise brechen diese im Erwachsenenalter durch. Bedingt durch die Entwicklung der Menschen hat sich der Kiefer in den letzten Jahrhunderten verkleinert und Weisheitszähne gelten als Relikt einer vergangenen Zeit.

Durch diese Veränderung findet man heute bereits Patienten, die keine vier Weisheitszähne mehr haben. Teilweise kann sogar die Anlage aller Weisheitszähne fehlen, da schlichtweg kein Platz mehr vorhanden ist.

Warum haben wir Weisheitszähne?

Weisheitszähne sind noch Anlagen aus der Entwicklung der Menschen. Unsere Vorfahren hatten teilweise deutlich größere Kiefer mit stärkerem Kieferknochen, da sie ihre Nahrung stärker zermahlen mussten.

Die Nahrung wurde in der Vergangenheit weder weich gekocht, noch gab es vorverarbeitete Lebensmittel. Die Entwicklung der Menschen und damit auch der Technologien zur Lebensmittelverarbeitung machen das “Zermahlen” von Nahrungsmittel heute schon nur noch in geringen Ausmaß notwendig.

Diese Veränderung der Schädelgröße beziehungsweise der Mundhöhle bei gleicher Anzahl an Zähnen stellt oft ein Problem dar.

Wann brechen die Weisheitszähne durch?

In verschiedenen Fachbüchern, oder auch im Internet, wird man eine große Streubreite zu den Durchbruchszeiten von Zähnen finden. Bei einer Vielzahl der Patienten machen sich die Weisheitszähne zwischen 17 und 30 Jahren in irgendeiner Form bemerkbar.

Das bedeutet nicht immer, dass die Zähne durchbrechen. Es können vorübergehende Probleme, wie etwa Druck, Schmerzen oder Entzündungen sein. Die Untersuchungen zeigen, dass auch noch bei Senioren über 80 Jahren ein Weisheitszahn ohne Probleme im Kiefer liegen kann.

Wann müssen die Weisheitszähne raus?

Sollten Weisheitszähne Schmerzen verursachen, so ist das noch kein Grund für eine Entfernung der Zähne. Durch die Bewegung der dritten Backenzähne kann es zu einem starken Druck im Kiefer kommen, der teilweise auch die Nachbarzähne betrifft.

Sollte dies nur während der Entwicklung des Zahns passieren und keine Nachbarzähne gefährdet sein, so kann eine Weisheitszahn OP eventuell vermieden werden.

Obwohl die möglichen Symptome vielfältig sein können, so gibt es für die Entfernung von Weisheitszähnen nur zwei vorrangige Gründe.

1. Der Weisheitszahn macht, wiederholt Probleme

Wie bereits vorher erwähnt, können die Symptome sehr vielfältig sein. Durch den geringen Platz können die Weisheitszähne oft schwierig gereinigt werden. Dies führt langfristig zur Ausbildung von Karies, die zu Schmerzen oder Schwellungen führen kann.

Ein weiteres mögliches Problem ist das teilweise Durchbrechen der Zähne. Da das Zahnfleisch in diesem Fall wie eine kleine Kapuze über dem Weisheitszahn liegen bleibt, bildet sich eine kleine Höhle. Sollten sich darin Speisereste oder Bakterien ansammeln, kann es ebenfalls zu einer starken Entzündung mit Schwellung und Schmerzen kommen.

Weisheitszähne können zusätzlich auch verlagert oder gekippt sein. Ein Wachstum in Richtung der davor liegenden Backzähne kann zur Resorption oder Verschiebung der Zahnreihe führen.

2. Die Weisheitszähne stehen einer erfolgreichen kieferorthopädischen Behandlung im Weg

Neben den bereits beschriebenen Problemen, die meist mit Schmerzen verbunden sind, gibt es auch noch die weniger spürbaren Gründe. Gerade bei jungen Erwachsenen hat sich die Behandlung mit durchsichtigen Zahnspangen sehr stark verbreitet.

Um die Kiefer optimal zueinander auszurichten, muss manchmal eine ganze Zahnreihe nach hinten (= distal) bewegt werden. Sollten Patienten den Anspruch haben, ein natürlich schönes Gebiss haben zu wollen, kann die Entfernung der Weisheitszähne notwendig sein.

Die Vorbereitung bei einer Weisheitszahnentfernung

Hier müssen zwei verschiedene Bereiche getrennt betrachtet werden. Zum einen die Schritte, die der Zahnarzt durchführt, um die Entfernung von Weisheitszähnen bestmöglich planen zu können und zum anderen die Schritte, die man als Patient durchführen kann.

1. Termin beim Zahnarzt bzw. der Zahnärztin

Wenn die Entfernung von einem Weisheitszahn notwendig wird, dann erfolgt immer ein erster Besprechungstermin bei dem behandelnden Zahnarzt. Im ersten Schritt wird eine ausführliche Anamnese erhoben und sofern noch nicht vorhanden, eine Übersichts Röntgenaufnahme angefertigt, um die Lage der Zähne zu beurteilen.

Zusätzlich werden der Kiefer, das Zahnfleisch, die mögliche Mundöffnung und alle benachbarten Strukturen beurteilt. Sollten Entzündung vorhanden sein, muss dies ebenfalls mit in der Planung berücksichtigt werden.

Je nach Lage der Weisheitszähne kann an dieser Stelle eine DVT = Digitale Volumen-Tomografie der betroffenen Stelle notwendig sein. Diese Aufnahme erlaubt es, die Strukturen dreidimensional darzustellen. Wichtig ist dieser Schritt, wenn die Weisheitszähne im Oberkiefer sehr nah, oder in der Kieferhöhle liegen. Im Unterkiefer werden diese speziellen Röntgen angewendet, um die genaue Lage zum Nervus alveolaris inferior abzuklären.

Manche Praxen können diese Aufnahmen selbst anfertigen und somit kommt kein weiterer Besprechungstermin dazu. Sollte dies nicht möglich sein, dann werden die Aufnahmen in einem radiologischen Institut angefertigt.

2. Termin beim Zahnarzt bzw. der Zahnärztin (entfällt wenn 3D Röntgen in der Ordination)

Wenn die 3D-Aufnahmen vorhanden sind, werden diese gemeinsam mit dem Zahnarzt besprochen und ein entsprechender Behandlungsplan erstellt. Zu diesem Behandlungsplan zählt eine ausführliche Aufklärung mit Informationen zu Ablauf, Anästhesie, Risiken, Kosten und Heilung.

Je nach Lage der Zähne und Typ Mensch können Weisheitszahn OP entweder Lokalanästhesie oder Narkose durchgeführt werden. Da das Entfernen der Weisheitszähne niemals als “angenehm” beschrieben werden kann, sind die individuellen Grenzen der Patienten wichtig.

Da eine Vollnarkose immer ein gewisses Restrisiko birgt, hat sich in den letzten Jahren die Lachgas Behandlung ihren Platz verdient.

Lachgas kann beim Zahnarzt eingesetzt werden, um für etwas Entspannung und Reduktion der Angst beim Patienten zu sorgen. Die örtliche Betäubung wird trotzdem benötigt, da nur so der mögliche Schmerz ausgeschaltet wird.

3. Termin beim Zahnarzt bzw. der Zahnärztin

Der eigentliche Termin zur Entfernung der Weisheitszähne. Vor dem Eingriff werden nochmals mögliche Fragen und das Verhalten nach der OP besprochen. Je nach Grund für die Entfernung und Situation kann es im Vorfeld empfehlenswert bestimmt Medikamente einzunehmen, oder abzusetzen.

Wichtig für die Patienten zu beachten

Jeder Mensch ist anders und je nach Alter kann es sein, dass regelmäßig Medikamente eingenommen werden. Hier sind zwei Gruppen besonders wichtig für den Zahnarzt.

Die erste Gruppe sind die sogenannten Blutverdünner oder Gerinnungshemmer. Diese müssen an den entsprechenden Eingriff gemeinsam mit dem behandelnden Arzt angepasst werden.

Bei falscher Einstellung kann es zu starken Schwellungen, Blutungen oder blauen Flecken kommen. In der Regel sind die Informationen bereits im ersten Gespräch vorhanden und der betreuende Arzt kann die Medikation für seine Patienten anpassen.

Die zweite große Gruppe, sind Bisphosphonate. Sie werden speziell bei Osteoporose eingesetzt. In vielen Fällen erhalten Patienten einmal im Jahr eine Spritze und nehmen dies gar nicht als wirkliche Medikation wahr.

Durch diese Medikamente wird der Knochenumbau stark verlangsamt, was bei Weisheitszahn OP zu längeren Heilungszeiten oder vermehrten Komplikationen führen kann.

Welcher Arzt führt die Entfernung von Weisheitszähnen durch?

In Österreich darf die Entfernung der Weisheitszähne durch jeden Zahnarzt oder Mund Kiefer Gesichtschirurgen durchgeführt werden. Während der Schwerpunkt bei Zahnärzten wirklich auf der Behandlung der Zähne und des Zahnhalteapparates liegen, ist ein Mund Kiefer Gesichtschirurg meistens eher im klinischen Bereich oder chirurgisch spezialisierten Praxen anzutreffen.

Zusätzlich gibt es noch die Gruppe der Oralchirurgen. Dabei handelt es sich um Zahnärzte, die ein zusätzliches Masterstudium mit dem Schwerpunkt Chirurgie abgeschlossen haben.

Nur weil die Erlaubnis für diese Art von Eingriff vorliegt, heißt es allerdings nicht automatisch, dass diese Behandlung überall durchgeführt wird. Es empfiehlt sich gerade bei chirurgischen Eingriffen im Vorfeld Informationen zur Ausstattung der Praxis und den möglichen Eingriffen einzuholen.

Sollte im Verlauf der Voruntersuchung festgestellt werden, dass die Entfernung des Zahns einer starken Schwächung des Kiefers bewirken würde, kann eine Überweisung an eine Klinik sinnvoll sein. Wenn notwendig, kann hier eine “Platte” zur Verstärkung im Kieferknochen angebracht werden.

Wie läuft eine Weisheitszahn OP ab?

Nachdem wir in den vorherigen Abschnitten die Vorbereitung und Organisation ausführlich besprochen haben, kommen wir nun zum eigentlichen Ablauf der Weisheitszahnentfernung.

1. Schritt

Je nachdem welcher Weisheitszahn entfernt werden soll, wird durch eine lokale Betäubung die Schmerzweiterleitung in diesem Bereich ausgeschaltet. Um die bestmögliche Wirkung zu erreichen, lässt man die Anästhesie für einige Minuten einwirken.

2. Schritt

Wenn der Zahn noch nicht durchgebrochen ist, wird durch einen entsprechenden Schnitt das bedeckende Zahnfleisch mobilisiert. Dadurch wird der Weisheitszahn mit dem umgebenden Kieferknochen sichtbar und ermöglicht somit ein kontrolliertes Arbeiten.

3. Schritt

Wenn möglich, wird der gesamte Zahn durch Druck mobilisiert und endgültig entfernt. Sollte der Zahn noch zu tief im Knochen sein, oder ungünstig liegen, wird der umgebende Kieferknochen abgetragen, der Weisheitszahn, wenn nötig geteilt und dann entfernt.

Je kleiner die Wunde und je kürzer die Dauer für den Eingriff ist, desto eher kann von einer schnellen und unkomplizierten Heilung mit geringen Schwellungen ausgegangen werden.

4. Schritt

Je nach Größe des Defekts können verschiedene Einlagen in die Wunde eingebracht werden. Beispielsweise Kollagenkegel sorgen für eine schnelle Stabilisierung des Blutkoagels und damit in der Regel zu einer unkomplizierteren Heilung.

Die Dauer der Heilung ändert sich meist durch Einlagen nicht, allerdings werden von Patienten häufig die Schmerzen als geringer angegeben.

5. Schritt

Falls vorhanden, wird abschließend das mobilisierte Zahnfleisch mit Nähten fixiert. Für die ersten Minuten ach der OP bekommt man eine kleine Kompresse, damit die Schwellungen und Blutergüsse reduziert werden.

6. Schritt

Optional, kann bereits in der Ordination mit der Kühlung der frischen Wunde gestartet werden. Auch dies dient hauptsächlich der Vermeidung von unnötigen Schwellungen.

Alle vier Weisheitszähne auf einmal entfernen?

Wenn durch die Voruntersuchungen bestätigt, dass man alle Weisheitszähne entfernen muss, dann kann dies in bestimmten Fällen auch in einer Sitzung erfolgen. Häufig werden solche Eingriffe von Mund Kiefer Gesichtschirurg in Narkose durchgeführt. Im ambulanten Bereich wird überwiegend nur jeweils eine Seite Oberkiefer und Unterkiefer behandelt, damit eine gesunde Seite zum Essen vorhanden bleibt.

Sollte die Weisheitszahn OP in Narkose stattfinden, dann wird immer versucht, in einem Termin fertigzuwerden, da das Narkoserisiko im Raum steht.

Da alle Menschen unterschiedlich sind, kann sich das gewählte Vorgehen hier stark unterscheiden. In jedem Fall gilt es im Vorfeld die möglichen Kosten und die Deckung durch die Krankenkasse abzuklären.

Welche Risiken und Komplikationen gibt es bei einer Weisheitszahn-OP?

Die allgemeinen Risiken bei jedem Eingriff, sind mögliche Schwellungen, Entzündungen, Blutungen und Schmerzen. Der Schutz von Gebiss und Funktion der Kiefer gilt ebenfalls gleich. Da ein Weisheitszahn zumindest durch Druck gelockert werden muss, können auch benachbarte Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden.

Deutlich schwerwiegender kann der Schaden sein, wenn Knochen rund um den Zahn entfernt werden muss. In der Regel sind die Risiken durch gute Vorbereitung überschaubar, aber niemals ganz auszuschließen. Abgesehen von den allgemeinen gibt es spezielle Risiken, je nachdem in welchem Kiefer operiert wird.

Im Oberkiefer kann es bei der Entfernung von einem Weisheitszahn zur Eröffnung der Kieferhöhle kommen. In diesem Fall wird die Wunde, wenn möglich, vollständig gedeckt und vernäht. Für die ersten Wochen nach der Weisheitszahn OP wird ein Schnäuzverbot erteilt, um der Wunde ausreichend Ruhe für die Heilung zu ermöglichen.

Im Unterkiefer hingegen findet man einen wichtigen Nerv, der die Zähne und die umgebenden Bereiche sensibel versorgt. Sollte dieser in irgendeiner Form geschädigt werden, dann kann es zu einem Ausfall des Gefühls in diesem Bereich kommen. Diese Art der Verletzungen können vorübergehend, aber auch dauerhaft sein.

Eine ausreichende Planung bringt deutliche Vorteile, indem die Risiken verringert werden. Trotzdem empfiehlt es sich vor einem chirurgischen Eingriff besonders im Kiefer, alle offenen Fragen zu Ablauf und Fakten zu Risiken im Vorfeld zu klären.

Was sollte man bei Blutungen nach einer Weisheitszahn-OP beachten?

Je nach Größe der Wunde und Dauer des Eingriffs kann es in den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff zu leichten Blutungen kommen. Je besser man in dieser Zeit kühlt und eventuell noch einmal auf eine Kompresse beißt, desto weniger Blutungen sollten auftauchen. Bei Unsicherheit oder anhaltenden Blutungen sollte immer der behandelnde Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden.

In der Regel handelt es sich nur um leichte Nachblutungen, aber eine zusätzliche Kontrolle kann in so einem Fall nicht schaden.

Was passiert nach der operativen Entfernung eines Weisheitszahns?

Nach einer Weisheitszahn OP müssen die einzelnen Gewebeschichten heilen. Je nach Alter des Patienten und Größe des entfernten Molar, kann dies unterschiedlich lange dauern. Als Faustregel gilt, dass es bei einem gesunden Menschen bis zum dritten Tag zu einer zunehmenden Schwellung kommen kann. Dies ist unabhängig vom verwendeten Verfahren, sondern entsteht aufgrund des Heilungsprozesses.

Während der Heilung sollte die Wunde möglichst ungestört bleiben, um nicht ständig von vorn beginnen zu müssen. Sollte es in den ersten Tagen nach der OP zu Zahnfleischentzündungen im Wundbereich kommen, kann dies Teil der normalen Wundheilung sein.

Bei starken Schmerzen, Blutungen, Schwellungen, oder wenn Sie sich nicht sicher sind, kontaktieren Sie bitte immer Ihren Zahnarzt für eine zusätzliche kurze Kontrolle.

Fazit

Die Entfernung von Weisheitszähnen ist mit gewissen Risken verbunden und sollte im Vorfeld immer genau geplant werden.

Obwohl die Weisheitszahnentfernung heute zu routinemäßigen Eingriffen gehört, wird sie nicht in allen Formen überall angeboten. Je nach Wunsch des Patienten kann eine Behandlung auch in Vollnarkose oder Lachgas Behandlung durchgeführt werden.

Sollte man sich für eine dieser Behandlungsarten entscheiden, dann ist eventuell mit privaten Kosten zu rechnen, da die Krankenkasse in Österreich nicht alle Sonderformen deckt.

Jede erfolgreiche Behandlung beginnt mit einem Erstgespräch

Besuchen Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch in unserer Ordination. Wir nehmen uns Zeit für Sie, beraten Sie umfassend und können Ihnen nach einer genauen Betrachtung Ihrer Zähne auch die genaue Therapiedauer, Aufwand und Kosten mitteilen. Natürlich können Sie auch jede Menge an Fragen zum Erstgespräch mitbringen, die wir Ihnen alle gerne beantworten. 

Fragen und Antworten zu Weisheitszähnen